11.03.2019

"Kükenprojekt" oder "Es piepst in der Pinguingruppe"

In der Pinguingruppe ist es in diesen Wochen besonders spannend:

Es gibt in der Pinguingruppe, wie schon vor zwei Jahren, wieder eine Brutmaschine.

Am Mittwochnachmittag sind dort winzig kleine Eier eingezogen. In ca. drei Wochen werden dann hoffentlich kleine Zwerghühner/hähne schlüpfen. Es ist eine spannende Zeit, in der die Kinder immer wieder durch die Gucklöcher der Brutmaschine schauen und versuchen, eine Veränderung zu entdecken. Sie können es kaum erwarten, dass die Küken schlüpfen.

Zu verdanken haben wir dieses Projekt dem Onkel eines Kindes aus der Gruppe, der uns alle benötigten Dinge und Wissen zur Verfügung stellt.

Zusammen mit Herrn Büscher konnten die Kinder am Mittwoch vor Weiberfastnacht im abgedunkelten Nebenraum die Eier mi einer Taschenlampe durchleuchten. Eier, die nur hell aussahen, wurden aussortiert, da in ihnen kein Küken war. Die anderen Eier waren im oberen Bereich ganz dunkel (Küken) und im unteren Bereich war ein oranger Fleck (Dotter) zu sehen. Schnell hatten die Kinder den Dreh raus und konnten mit sortieren. Die befruchteten Eier kamen wieder in die Brutmaschine und das Warten ging weiter.

Jeden Tag wurde eifrig kontrolliert. Auf unserer Liste, die uns Herr Büscher gemacht hatte, konnten die Kinder sehen wie lange es noch dauert, bis sie endlich schlüpfen. Täglich mussten wir die Brutmaschine für 10 Minuten öffnen und an manchen Tagen auch Wasser in die dafür vorgesehenen Rinnen füllen. Mit Sorgfalt haben die Kinder die Sanduhr bewacht, damit es den Eiern ja nicht zu kalt wurde.

Und dann kam endlich das lang ersehnte Karnevalswochenende. (Frau Lenzgen und Herr Büscher haben sich getroffen und den Rollwender gegen ein Gitter ausgetauscht, damit sich die Küken später nicht verletzen)

Die Kinder wussten, dass nach dem Wochenende die 21 Tage Brutzeit vorbei waren. Und tatsächlich. Am Karnevalsdienstag lag das erste Küken ganz nass und erschöpft in der Brutmaschine. Als die Kinder kurz darauf bemerkten, dass sich ein Ei bewegt und ein kleines Loch in der Schale war, war die Aufregung groß. Wir konnten genau beobachten, wie eine kleine Spitze des Schnabels aus dem Loch herausguckte und der Riss in der Eierschale immer größer wurde. Dabei hat das Ei ganz schön gewackelt. Mit großer Ausdauer und Kribbeln im Bauch waren die ca. 15 – 20 min, die es gedauert hat, bis das Küken ganz draußen lag, gar nicht so lang. Das Ganze wurde mit Fotos, herbeigeholten Kindern, Eltern und Erzieherinnen beobachtet. Bis zum Nachmittag waren 5 Küken geschlüpft und es war ein lautes Piepen in der Gruppe zu hören. Viele Eltern, auch aus anderen Gruppen, konnten ihre Kinder erst mit nach Hause nehmen, nachdem die kleinen Küken begutachtet worden sind.

Am Aschermittwoch waren dann 10 Küken zu zählen, die sich leider oft in der dunklen Ecke der Brutmaschine aufhielten. Frau Lange kam und brachte das nötige Equipment für die nächsten Tage mit. Eine Plane, eine Holzkiste, ein Sack Vogelsand, eine Wärmelampe, ein Thermometer, ein Futtertrog, ein Wasserbehälter und Hühnerfutter. Im Morgenkreis wurde besprochen, was so kleine Küken zu fressen (hartgekochte Eier mit Haferflocken) bekommen, da sich die ersten Kinder schon Sorgen machten, dass die Küken in der Brutmaschine nichts zu essen haben und wir sie ja auf keinen Fall öffnen durften, damit es die Küken schön warm haben, um ihre nassen Federn/Flaum zu trocknen. Durch die Gucklöcher konnten die Kinder genau beobachten, wie die Küken die Reste des Dottersackes aus den Eierschalen aufgepickt haben.

Am Donnerstag kam Herr Büscher morgens vor dem gemeinsamen Frühstück. Auch die hungrigen Kinder wollten sehen, was passiert, wenn die Brutmaschine geöffnet wird. Gebannte Blicke und begeisterte Stimmen waren zu sehen und hören. Die Kinder mussten zählen, wie viele Küken Herr Büscher in die bereitgestellte Schüssel gesetzt hat. Es waren ganze 14 flauschige Küken.

Die Vorschulkinder durften dann die Küken vorsichtig aus der Schüssel in ihr neues Zuhause (die Holzkiste) setzen. Gar nicht so leicht, so ein winziges, zerbrechliches, piependes und bewegliches „Etwas“ in die Hand zu nehmen. Alle Kinder haben sich andächtig um die Kiste versammelt und beobachten können, wie sich alle unter der warmen Lampe zusammen gekuschelt haben. Da die Küken viel Ruhe nach so viel Aufregung brauchten, wurde erst mal gefrühstückt.

Viele Eltern (aus allen Gruppen) kommen in die „Hühnerecke“ der Pinguingruppe und schauen den kleinen Zwerghühner zu. An der Türe hängen Fotos, von ausgewachsenen Zwerghühnern dieser Sorte, damit wir schon mal schauen können, wie sie später einmal aussehen. Die Kinder wissen, dass sie nur mit einem Erwachsenen zusammen in den Raum dürfen und da ganz leise sein müssen, um sie nicht zu erschrecken. Bis jetzt ist die Faszination so groß, dass sich alle automatisch an die Absprache halten.

In den nächsten Tagen können wir ihnen beim Essen, Trinken und Wachsen zuschauen. Einige Eltern müssen jetzt ihren Kindern erklären, warum sie keine Hühner in ihrem Garten zu Hause halten können. Beim Mittagessen fragen Kinder, ob in den Senfeiern Küken sind und oft hört man sie sagen, dass sie in die Küken verliebt seien, weil die sooo süß sind J

Oh je, am Sonntag gab es durch den Sturm Stromausfälle in der Gemeinde. Was wird jetzt mit den Küken? Aber nach mehreren Stunden dann die Entwarnung... Die Lampe funktioniert und den Küken geht es gut J

Das Projekt mit den Kindern zu begleiten ist auch für uns Erzieherinnen eine tolle Erfahrung und wir freuen uns darüber, dass wir nach 2 Jahren wieder die Gelegenheit dazu bekommen haben. Da fährt man auch am Wochenende gerne in die Einrichtung und füttert die Küken.

 

Danke für das tolle Erlebnis!!

interner LinkEindrücke

 

 

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